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EUPHORIUM_freakestra. Zukünftige Aufführungen

 

 

Brigo Bräugefergk und der gedrillte Dart. Eine musikalisch-theatralische Installation des Projektensembles EUPHORIUM_freakestra
14 November 2019 (18 Uhr)

- Hartmut Dorschner (ss, as), Oliver Schwerdt (gp, dp, li, perc), Friedrich Kettlitz (e-git, voc), Günter Sommer (dr, perc)
Leipzig, Deutsches Buch- und Schriftmuseum, DNB, Deutscher Platz 1.
Eintritt: frei

Brigo Bräugefergk hat Anfang der 2000er eine Kettlitzistische Rede über sich entfaltet. Jetzt wirft er mit Professor Günter Baby Sommer, der ja wissen muss, wie das geht, das Bauhaus zum 100. Mal die Treppe hinab. Dann liest er daraus eine neue Sammlung, Börte Blomengrauss hilft ihm dabei. Oliver Schwerdt hat schon im Konzertsaal der Musikhochschule von Düsseldorf-Stadt gesessen, um einer neuen Erzählung eines Zweiges der Famlie von Trott zuzuhören. Jetzt steigt er einer anderen Leiter zu den goldrund schwebenden Kuchen aus dem Backhaus Borgenthal. Hartmut Dorschner hat 30 Tage gefasstet und 10 Tage lang kein Wort gesagt. Jetzt spielt er wieder Saxofon

HM.n g y j a° – Internationales EUPHORIUM Mini-Festival für Zeitgenössisch Improviserte Musik. Eine musikalisch-theatralische Installation des Projektensembles EUPHORIUM_freakestra zu Migration und Integration

Schiere Aufregung um Zeitgenössisch Improvisierte Musik ‒ diese musikalisch-theatralische Installation bildet ein mehrteiliges experimentelles Forum: neben der klanglichen Innovierung wird die performative Qualität einer kinetisch-skulpturalen Praxis erweiterten Instrumentalspiels akzentuiert. Im Mittelpunkt der systematischen Bearbeitung verschiedener Instrumental-Konstellationen stehen Prozesse personaler Migration und sozialer Integration. Sie werden musikalisch beispielhaft für analoge alltagsgesellschaftliche Kommunikationen modelliert. Die Mitwirkenden speisen sich mehrgenerationell aus der professionellen Internationalen. Im Zentrum steht, erstens, eine Aktualisierung und Weiterentwicklung des Schaffens eines sowohl mit Ernst-Ludwig Petrowsky als auch mit Peter Brötzmann erarbeiteten Freejazz-Trios und -Quintetts. Zweitens arbeitet HM.n g y j a° weiter an dem elektronischen Doppel-Orgel-Drone-Kollektiv-Pseudonym-Tryptichon Ra Ra da Boff/Ribo Flesh/Rudur Zidong und hat dieses Mal ein famoses schweizerisch-französisches Doppel-Rohrblatt dazugebucht. Drittens, zieht das E U P H O R I U M _ f r e a k e s t r a nach seinem 2015er Auftritt im NuR noch einmal in den Osten, und beschwört mit seinem Haupt-Redner Friedrich Kettlitz jetzt die abgestandene Hipster-Freshness in Person: das Goldhorn!

25 October 2019 (ab 20 Uhr)

- John Dikeman (ts), Elan Pauer (gp), Christian Lillinger (dr, perc)
- Urs Leimgruber (ts, as), Joris Rühl (cl), Ribo Flesh (e-org)
- Rudur Zidong (e-org), Stefan Stopora (timp)
Leipzig, naTo, Karl-Liebknecht-Str. 46.
Eintrittspreise: 18,- Euro; 12,- Euro (ermäßigt)
Hochexpressiv bis hymnisch wie der junge amerikanische Tenorsaxofonist John Dikeman die Schule eines Albert Ayler im heutigen Europa fortführt, trifft er in Leipzig auf eine musikinstrumentale Konstellation wie sie, ohne Kontrabass, im Free Jazz seit 1962 Karriere macht; nach Taylor/Murray, van Hove/Bennink, Ganelin/Tarrasow, Schlippenbach/Lovens, Gumpert/Sommer lassen Oliver Schwerdt alias Elan Pauer und Christian Lillinger ihre Rhythmen polytaktisch springen, zerspringen, Klangfarben in brillanten Gewändern aufflattern und zerschundene Geräuschflecken ein weiteres Mal zerbersten: ein Inferno zum Mitsingen.
Danach oder davor herrscht Ruhe, die eletronische Ruhe eines elektrifizierten Orgeldrones, elektrifizierend langsam, doppelt, gedoppelt. Die Bläser, die jetzt auftauchen, haben ihre Instrumente jahrzehntelang neu erfunden: Urs Leimgruber das Saxofon, Joris Rühl die Klarinette. Hier in der naTo, treffen sie sich zum ersten Mal. Nicht nur für uns, auch für sie selbst beginnt ein unerhörtes Erlebnis. Dem hören wir zu. Das Konzert gehört dann zu uns. Schließlich verwandelt ein Mitglied des E n s e m b l e s A v a n t g a r d e Ribo Flesh in Rudur Zidong!


9 November 2019 (ab 20 Uhr)

- Friedrich Kettlitz (voc)
Leipzig, Goldhorn, Eisenbahnstraße 97.
Eintrittspreis: 3,- Euro

Manch einem musikalischen oder literarischen Veranstaltungsort ist ein gastronomisches Stübchen zugesellt, in dem sich tagaus, tagein eine theatralische Intensität ereignet, welche die dann und wann angekündigten und über die Bühne gebrachten Veranstaltungen in den Rang einer bloß akzidentiellen Position verweist. Unter den Leipziger Etablissments ist etwa das Noch Besser Leben ein solcher Ort. In der alten naTo gab es zudem einen separaten Bereich, der, normalerweise dem öffentlichen Treiben entzogen, auftretenden Musikern als ein nicht hinter der Bühne, sondern rechts der Kasse liegender Backstage-Raum zur magischen Kammer ward. Rabolgs Berwand ist noch älter als die naTo. Sie liegt auch keineswegs in der Leipziger Tieflandsbucht. Stattdessen ziehen wir ins Gebirge zur Zechbude einer uralten Kluft. Unwahrscheinliche Gestalten erscheinen. Gesualdo, Hektoparkur, Etzelprettbischliff. Sie trinken dort einen Hing, einen Sapp oder einen Luff. Neben dem Skat wird hier auch die Architektur neu erfunden. Der Text selbst versammelt in Form von Buchstaben Strategien, die in den musikalischen Prozessen, welche im genannten Südvorstädter Hort der Internationalen der Improvisatorischen Avantgarde schon vor Bert Nogliks Ausgaben der Musik-Zeit, schon in den 1980er hörbar realisiert wurden und seit 2002 im Rahmen der EUPHORIUM-Minifestivals Oliver Schwerdts so prominent dort jährlich ein- und ausziehen. Einzelne Motive verleihen einander unmittelbar im Moment ihres Auftretens Sinn. Die Geschichte fällt ein und ist nicht etwa ausgedacht. In einem hoch dynamischen Interaktionskreis scheint ein semantisch katapultierender Verweisungshorizont, der nicht in toto kalkuliert ist, auf und hält sich. Improvisation heißt hier: die Erzählung überrascht sich beständig selbst. Wir dürfen lachen. Aber endlich!, jeder lacht an einer anderen Stelle. Nur aufgrund der beinahe zwanzig Jahre währenden schriftstellerischen Erfahrung in diesem Stoff, lässt sich über eine einhunderttausend Zeichen weite Strecke Konsistenz, aus bloß hingesprochenem Esprit ein Meisterwerk auftürmen.
Rabolgs Bergwand ist das bisher ausgedehnteste Kapitel des Der Scheif Umläppert-Lasen genannten Epos des E U P H O R I U M _ f r e a k e s t r a. Literaturgeschichtlich gesehen sind in diesem Text stilistische Eigenheiten verkörpert, die Alain Robbe-Grillet im Nachgang zu Samuel Becketts Romänchen vorgestellt hat. Auch Helge Schneider hat unbeabsichtigterweise mitgestrickt. In einigen der beschriebenen Szenen sind strukturell non-lineare Komplexe verwirklicht, in denen zu bemerken ist, wie sich der Erzählstrang paradigmatisch multi-dimensional öffnet. Unabhängig von der hier avisierten gedanklichen Durchdringung ist Rabolgs Bergwand vordringlich sinnlich opulent. Nicht zuletzt bemerkenswert: Die ganze Geschichte ist dem Sprecher Friedrich Kettlitz auf den Leib getragen. Ohne ihn, nach dem man sie auch kettlitzistisch genannt hat, gäbe es sie nicht. Schon gar nicht wäre sie vorlesbar.

14 December 2019 (ab 20 Uhr)
- Peter Brötzmann (as, ts), Oliver Schwerdt(gp, perc), John Edwards (db), John Eckhardt (db), Christian Lillinger (dr, perc)
Leipzig, naTo, Karl-Liebknecht-Str. 46.
Eintrittspreise: 18,- Euro; 12,- Euro (ermäßigt)

Kurator Oliver Schwerdt hat 2011 einen Teil des EUPHORIUM-Projektensembles zum Quintett um Ernst-Ludwig Petrowsky, einen Superman des Freien Jatz (Rigobert Dittmann), abgeordnet. Das 2013-15 in der naTo eingespielte Tryptichon Tumult! Krawall! Rabatz! wurde zum vielbeachteten Spätwerk, schließlich zum grandiosen Vermächtnis des Saxofon-Primus‘ einer als Paradies der freien Musik (Fred van Hove) gewürdigten DDR. 2017 dann die Fortsetzung des die Klavier/Schlagzeug-Achse mit zwei Bassgeigen doppelt grundierenden, kontrapunktierenden, flageolettierenden Ensembles: in eine solche, schon von Ornette Coleman und John Coltrane für deren frühe Entwürfe dieser Musik geschätzte Doppelung ist Petrowskys west-deutsches Pendant Peter Brötzmann mit Karacho eingestiegen. Jetzt sehen wir ihn wieder und dieses Quintett: ein vorweihnachtliches Spitzenevent der Katharsis. p.s. Am Rand der Bühne liegt das von Ulrich Steinmetzger, dem Rezensenten der ortsvölkischen bzw. volkseigenen Ortszeitung 2017 gewünschte Hör-Dokument: das Album Karacho! wird an diesem Abend erschienen sein.

Eine Veranstaltung des Vereins zur Förderung Zeitgenössischer Darstellender Kunst und Musik e.V.in Kooperation mit der naTo e.V. und EUPHORIUM Productions. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert diurch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Mit freundlicher Unterstützung durch das Piano Centrum Leipzig und der Kleinen Musikschule Lindenau.







 

 

 


Vergangene Aufführungen

 

Ihr Oliver Schwerdt,
erwartet wieder FETT!

 

 

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